Foto: Wood Plastic

Verbesserung des Absatzes von pflanzlichen Ölen aus österreichischen Ölsaaten durch Steigerung der technischen Qualität im Hinblick auf die Anforderungen in der Lack- und Bindemittelindustrie

Maßnahmen zur Erhöhung der technischen Qualität von österreichischem Leinöl sollen den Anbau von Leinölsaaten in Österreich steigern. Die österreichische Landwirtschaft soll in die Lage versetzt werden, Rohstoffe in ausreichender Menge und Qualität an die österreichische Lack- und Bindemit-telindustrie zu liefern.

Kurzbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Ölsaaten sind in einigen Gebieten Österreichs eine wichtige Kulturpflanze für die Bewirtschaftung für Böden im Sinne der Fruchtfolge und wurden in den vergangenen Jahren mit wechselndem wirtschaftlichen Erfolg angebaut. Dieses Projekt verfolgt das Ziel, ein Konzept für die Kontaktaufnahme der Akteure zu entwickeln, um den Anbau von Ölsaaten für die landwirtschaftlichen Produzenten durch vorteilhafte Randbedingungen wieder attraktiv zu machen und gleichzeitig die österreichische Lack- und Bindemittelindustrie mit österreichischen Rohstoffen in ausreichender Menge und Qualität zu beliefern.

Die Themenstellung des Projektes ist - wie sich im Laufe der Beratungen mit der Industrie und den landwirtschaftlichen Produzenten herausgestellt hat - sehr zukunftsorientiert und geht parallel mit den Interessen der Industrie und der Landwirtschaft, denn nicht zuletzt aufgrund der restriktiveren Politik der EU gegenüber Chemikalien werden Rohstoffe natürlicher Herkunft aufgrund ihrer günstigeren toxikologischen Eigenschaften in Zukunft einen Vorteil haben.

Wie in dem Projekt gezeigt werden konnte ist es möglich, dass Koppelprodukte im Lichte einer neuen Anwendung eine größere Bedeutung erlangen können, als dies bisher der Fall war. Die Fa. Waldland produziert seit einigen Jahren Mariendistelöl, welches als Koppelprodukt (10%) eines Presskuchens anfällt, aus dem das hepatoprotektive Medikament Silimarin (Legalon®) hergestellt wird. Mariendistelöl kann als Speiseöl nicht verwendet werden, daher wurden bisher Versuche unternommen, es als Heizöl einzusetzen. Mariendistelöl ist auch wegen seiner Zusammensetzung für die Bindemittelherstellung interessant.

Erste Untersuchungen haben gezeigt, dass einige von Fa. Waldland hergestellten Rohöle bereits gute, wenn auch nicht ausreichende Eigenschaften haben, als Rohstoffe für Bindemittel in Lacken eingesetzt zu werden:

Mariendistelöl (Silybum marianum)

  • Farbzahl nach Umesterung: 40
  • Farbzahl nach Alkydsynthese: 9
  • Bemerkungen:
    Ausgangsfarbzahl schlecht, später Verbesserung der Farbzahl, aber weit außer der Norm, nach Alkydsynthese unter Katalyse Farbzahl 9

Sonnenblumenöl (Helianthus)

  • Farbzahl nach Umesterung: <10
  • Farbzahl nach Alkydsynthese: 6-7
  • Bemerkungen:
    gute Eigenschaften bei der Harzsynthese, nach Umesterung leicht außerhalb der durchschnittlichen Farbzahlwerte, weniger gute Applikationseigenschaften (Verlauf)

Leinöl (Linum usitatissimum)

  • Farbzahl nach Umesterung: 27
  • Farbzahl nach Alkydsynthese: 27
  • Bemerkungen:
    Ausgangsfarbzahl schlechter als Sonnenblumenöl, nach Umesterung weit außerhalb der Norm. Leinöl ist sowohl in der Alkydharzsynthese als auch in Umesterung zu hoch in der Farbzahl

Die Untersuchungen schon in diesem frühen Stadium waren ein Teil der Eigendynamik, die das Projekt nach dem ersten Workshop entwickelt hat und daher vorher nicht geplant.

Da die Öle nicht gereinigt, entschleimt bzw. gebleicht waren müssen sie vor einer neuerlichen Untersuchung behandelt werden.

Es war daher notwendig, für Pilotversuche Möglichkeiten zur Entschleimung von kleinen Ölmengen zu haben. Möglichkeiten dazu wurden in den Schlussrecherchen des Projektes gesucht, die Suche war jedoch zum Zeitpunkt des Projektendes noch nicht abgeschlossen. Die Suche könnte direkt in einem Demonstrationsprojekt weitergeführt werden.

Die Sicherstellung einer ausreichenden Verfügbarkeit von Rohstoffen erfordert wirtschaftlich faire Bedingungen für die Landwirtschaft.

Wenn diese Bedingungen herrschen, sodass die wirtschaftliche Planungssicherheit für die landwirtschaftlichen Produzenten gegeben ist, können Erhöhungen der Ernte durch Erweiterung der Anbauflächen bewerkstelligt werden. Die dazu zur Verfügung stehenden Flächen schwanken seit Jahren unter dem Einfluss der wirtschaftlichen Gegebenheiten. Eine Ausweitung der Fläche wird aber langfristig nur durch attraktive Rohstoffpreise möglich sein. Dabei ist es wichtig, dass die Industrie direkt mit dem landwirtschaftlichen Betreiber, beziehungsweise einer Gruppe von landwirtschaftlichen Betreibern, einen Vertrag über einen Lohnanbau abschließt, der den Absatz zu einem fixen Preis für die landwirtschaftlichen Unternehmungen garantiert. Der Verkauf über Zwischenhändler wird eher als problematisch angesehen, da die Planungssicherheit für den landwirtschaftlichen Unternehmer wegfällt und somit ein wichtiger Anreiz für den Anbau fehlt.

Die zur Verfügung stehende Fläche kann aber nur unter der Voraussetzung genutzt werden, wenn die 10% Stilllegungsverpflichtung seitens der EU aufrecht erhalten bleibt. Aus der derzeitigen Diskussion über Stilllegungsflächen und Flächenprämien ist zu erfahren, dass die Stilllegungsfläche auf 5% reduziert werden soll und die Flächenprämie vom Ertrag unabhängig wird. Der Ansatz enthält die Heranziehung des Durchschnittes der Prämien der letzten drei Jahre und die Auszahlung der Prämie unabhängig von der Produktion. Darüber hinaus wird erwogen, für Energiepflanzen eine Prämie von 45,-- Euro pro Hektar zu bezahlen. Diese werden aber unter den Stilllegungsflächen nicht mehr gefördert.

Es muss daher abgeleitet werden, dass eine seriöse Abschätzung über ein zukünftiges Flächenpotenzial zur Zeit nicht möglich ist. Die Flächen, die heute zur Verfügung stehen, sind jedoch als relativ gesichert anzusehen. Abhängig ist dies aber immer von der Entwicklung am Getreide- und Futtermittelmarkt, da eines der Ziele in der österreichischen Landwirtschaft die Versorgungssicherheit der Bevölkerung mit heimischen Produkten ist. Sollte es hier durch die neue Regelung zu großen Überschüssen kommen, und der Marktpreis für diese Feldfrüchte fallen, so ist mit einem zusätzlichen Freiwerden von Flächen zu rechnen. In welchem Ausmaß kann aus heutiger Sicht nicht prognostiziert werden.

Publikationen

Ölsaaten in der Lack- und Bindemittelindustrie

Schriftenreihe 34/2006 M. Gann et al.
Deutsch, 67 Seiten, vergriffen

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Projektbeteiligte

Projektleiter

Dipl.-Ing. Dr. Michael Gann
HOLZFORSCHUNG AUSTRIA

Projekt- und Kooperationspartner

  • Ing. Josef Breinesberger
    AgrarPlus GmbH
    Julius Raab Promenade 1, A-3100 St. Pölten
    Tel.: +43 (0)2742 352234-0
    Fax: +43 (0)2742 352234-4
    E-Mail: josef.breinesberger@agrarplus.at
  • Dr. Albert Keiler
    ADLER WERK Lackfabrik
    Johann Berghofer
    Bergwerkstr 22, A-6130 Schwaz
    Tel.: +43 (0)5242 6922 / 400
    Fax: +43 (0)5242 6922 / 499
    E-Mail: albert.keiler@adler-lacke.com
  • Dr. Edmund Urbano
    Surface Specialties Austria GmbH
    Leechgasse 21, A-8010 Graz
    Tel.: +43 (0)50 399-0
    Fax: +43 (0)50 399-1249
    E-Mail: edmund.urbano@vianova-resins.de
    Internet: http://www.ucb-group.com/
  • Ing. Thomas Bammer
    TIGERWERK Lack- u. Farbenfabrik GmbH & Co. KG.
    Negrellistr. 36, A-4600 Wels
    Tel.: +43 (0)7242 400-0
    Fax: +43 (0)7242 65008
    E-Mail: t.bammer@tiger-coatings.com

Kontaktadresse

Fachbereich Zellstoff und Papier
Franz Grill Straße 7, A-1030 Wien
Tel.: +43 (0)1 7982623 22
Fax: +43 (0)1 7982623 50
E-Mail: m.gann@holzforschung.at

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