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Reprocessing gebrauchter Güter - eine Strategie der Nachhaltigkeit und ihre Auswirkungen auf die Lieferketten einer "Fabrik der Zukunft"

Zielsetzung dieses Projektes ist es, Reprocessing als Strategie zur Erhöhung der Ressourceneffizienz wettbewerbsfähiger zu machen und die zur Re-Integration gebrauchter Güter erforderlichen Änderungen in Lieferketten aufzuzeigen.

Kurzbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Ziel dieses Projektes ist es, REPROCESSING-Aktivitäten als Strategien zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit einer nachhaltigen Wirtschaft zu stärken. Zudem soll der Bedarf an Schlüsseltechnologien zur Re-Integration gebrauchter Güter in die angebotsseitigen Lieferketten (Supply Chains) aufgezeigt werden. Vor allem die Betrachtung der Lieferkette über den Verkaufspunkt hinaus - also die Einbeziehung der Nutzungs- und Aufbereitungs/Aufarbeitungs¬phase - lassen bedeutende Verbesserungen sowie positive Auswirkungen auf die ‘Fabrik der Zukunft' in einer Gesellschaft der Nachhaltigkeit erwarten.

Die wesentlichen Bestandteile des Projektes umfassen die Analyse von 6 europäischen Fallbei¬spielen und eine REPROCESSING Veranstaltung in Wien, zur Überprüfung der Resultate der Fallstudien.

Anhand der Fallbeispiele konnte dargestellt werden, welche Beiträge REPROCESSING-Tätigkeiten zu einer höheren Nachhaltigkeit leisten:

  • Wirtschaftlichkeit: REPROCESSING -Technologien helfen Geld sparen und erschließen neue Dienstleistungsmärkte; durch aufgearbeitete Güter können bis zu 50% Kosten gespart werden!
  • Umweltverträglichkeit: Durch REPROCESSING -Tätigkeiten wird die Nutzungsdauer von Gütern erheblich verlängert; die Ressourceneffizienz wird hierdurch um bis zu 90% gesteigert!
  • Sozialverträglichkeit: REPROCESSING -Tätigkeiten erfordern vor allem Dienstleistungen vor Ort und tragen somit in hohem Ausmaß zur regionalen Wertschöpfung und Arbeitsplatz¬schaffung bei!

Diese Vorteile werden durch ein Ausschöpfen des Innovationspotentials, das in REPROCESSING-Netzwerken steckt, verstärkt: Kunden- bzw. Konsumverhalten, Marketing, Anlagenbau, Anlagen-Instandhaltung, Kooperations- und Organisationsformen, uva.

Diese Chancen und Vorteile sowie Risken, Hürden und Hemmnisse wurden im Rahmen einer Veranstaltung aufgezeigt und einer breiteren Fachöffentlichkeit zur Diskussion vorgestellt.

Die REPROCESSING-Veranstaltung diente weiters dazu, REPROCESSING als Strategie der Nachhaltigkeit bekannt zu machen und Lösungen bzw. Maßnahmen zu entwickeln, wie die Wettbewerbsfähigkeit dieser Strategien verbessert werden kann.

Mittels einer für derartige Fachveranstaltungen neuartigen Kombination von Fachvorträgen und der Methode Open Space konnten die Erfahrungen und Erkenntnisse der Teilnehmer mobilisiert, und so die Zwischenergebnisse in qualifizierter Weise präzisiert, ergänzt und abgesichert werden. Weiters entstand dank dieses Ansatzes eine umfangreiche Liste an wichtigen weiterführenden Tätigkeiten mit teilweise persönlichen oder institutionellen Zuordnungen.

Die Analyse der Fallbeispiele und die Ergebnisse der Konferenz bieten die Grundlage, auf welcher drei Geschäftsmodelle entwickelt wurden, die anhand von elf Kriterien dargestellt werden konnten. Daraus wurden die jeweiligen logistischen Ausprägungen abgeleitet und die entsprechenden unterschiedlichen, logistischen Entwicklungsstufen von der Lieferkette eines linearen Systems bis zum Wertschöpfungsnetzwerk zur Güterbewirtschaftung erarbeitet.

Produkt-Service-Systeme sind jene REPROCESSING-Lösungen, die das ‚höchste' bzw. ressourcen¬effizienteste Geschäftsmodell darstellen. Die Stufen entsprechen Entwicklungs-Schritten von Produkt-orientierten zu Produkt-Service-orientierten Lösungen im Dienste der Nachhaltigkeit.

Die abschließenden Handlungsempfehlungen beruhen auf den Folgerungen der Studie:

  • Die vielfältigen Innovationspotentiale von REPROCESSING-Lösungen sowohl im technischen als auch im nicht-technischen Bereich sind in Österreich unterentwickelt und sollten aggressiver genutzt werden,
  • Viele Marktpotentiale könnten mit den innovative Geschäftsmodellen entwickelt werden,
  • Konkrete Beispiele zeigen, dass die bestehenden Rahmenbedingungen die Wettbewerbsfähigkeit von REPROCESSING-Lösungen in vielen Fällen einschränken.

Publikationen

Reprocessing gebrauchter Güter

Schriftenreihe 33/2006 R. Hübner, M. Himpelmann, S. Melnitzky, W. R. Stahel, H. Hübner
Deutsch, 120 Seiten, vergriffen

Downloads zur Publikation

Projektbeteiligte

Projektleiter

Dr. Renate Hübner
Austria Recycling
Obere Donaustraße 71, A-1020 Wien
Tel.: +43 (1) 2145600-42
Fax: +43 (1) 2145616
E-Mail: office@arecon.at

Projektmitarbeiter

  • Dipl.-Ing. Stefan Melnitzky
  • Birgit Wendelin
  • Mag. Monika Himpelmann

Kooperationspartner

  • Dipl.-Ing. Walter R. Stahel, IPF Genf
    PO Box 3632, CH 1211 Genf 3
  • Univ. Prof. Dr. Dipl.-Ing. Heinz Hübner Hasengasse 24, 1100 Wien
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