Foto: Rainbow- Fasermaterial aus Zellulose

Pilotprojekt Biogasbehälter in Fertigteilbauweise

Errichtung eines Biogasbehälters in Fertigteilbauweise und als Erweiterung einer bestehenden Anlage in Bruck an der Leitha in Betrieb genommen. Diese Methode versprach eine Reihe von Vorteilen, warf aber auch mannigfaltige technische Fragen bezüglich Dichtigkeit und Konstruktion auf, die im Rahmen dieses Pilotprojekts überprüft wurden.

Kurzbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

In diesem Projekt wurde erstmalig ein Biogasbehälter mit neuartigem Abdichtungskonzept und Konstruktionsprinzip in Fertigteilbauweise errichtet.

Durch eine standardisierte industrielle Fertigung des Biogasbehälters wurden eine Reihe technischer Probleme bestehender Anlagen bei der Konstruktion, der Montage und dem Betrieb beseitig. Des Weiteren konnten durch den industriellen Fertigungsprozess die Errichtungskosten erheblich reduziert werden.

Die Kostenreduktionen ergeben sich unmittelbar aus dem Entfall der Herstellung von Einrüstungen und Schalungen der herkömmlichen Ortbetonbauweise und durch eine wesentliche Bauzeitverkürzung auf Grund der raschen Fertigteilinstallation, mittelbar durch den Entfall bzw. die Reduktion von Planungsarbeiten und die Vereinfachung der Genehmigungsverfahren.

Die Technologie des Fertigteilbaus bietet durch die Möglichkeiten einer industriellen und den Einflüssen der Witterung unabhängigen Fertigung eine erhöhte Nutzungssicherheit. Dies sind die Voraussetzungen für die Verwendung hochwertiger Baustoffe, wie etwas das Bindemittel "SLAGSTAR", die durch ihre aufwendige Verarbeitung und die erforderliche Nachbehandlung eine durchgehende Qualitätssicherung verlangen. Dieses neue Bindemittel sorgt für eine fünfmal höhere Säurebeständigkeit gegenüber herkömmlichen Betonbehältern und macht eine kostenintensive Beschichtung überflüssig. Erstmals wurde dieses innovative Bindemittel, bei dessen Herstellung 90% weniger CO2 Ausstoß gegenüber einem CEMI Zement erzeugt wird, für die Herstellung von industriellen Betonfertigteilen erfolgreich angewandt.

Als für den Betrieb vorteilhaft erwies sich die Ausbildung einer steifen Dachkonstruktion, ebenfalls aus Betonfertigteilen, in die ein zentrales Rührwerk eingebaut werden kann. Dies sorgt für eine bessere Durchmischung des Gärsubstrates als es die üblichen seitlichen Rührwerke bewerkstelligen können.

Mittelbar ergeben sich im laufenden Betrieb der Anlagen weitere Kostenreduktionen durch eine bessere Prozesskontrolle bzw. deren Überwachung (Monitoring), die durch die standardisierte Fertigteilbauweise ermöglicht wird. Die sich daraus ergebende höhere Prozessqualität führt letztlich auch zu einer höheren Verfügbarkeit und Effizienz der Anlagen.

Nur die Fertigteilbauweise bietet die Möglichkeit die Konstruktion zerlegbar zu gestalten. Dadurch reduzieren sich einerseits die "lifecycle costs" da ein Abbau nach der Nutzungsdauer erleichtert wird, und andererseits verringern sich die Betriebskosten da schadhafte Teile nachträglich ausgewechselt werden könnten.

Die Eignung unterschiedlicher Abdichtungssysteme für diese anspruchsvolle Anwendung konnte untersucht und verifiziert werden.

Das ambitionierte konstruktive Konzept mit großformatigen Fertigteilen und nachträglichem externer Vorspannung konnte erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden und eröffnet somit eine neue Ära des Fertigteilbehälterbaus.

Publikationen

Biogasbehälter in Fertigteilbauweise

Schriftenreihe 14/2009 A. Barna, Herausgeber: bmvit
Deutsch, 73 Seiten

Downloads zur Publikation

Projektbeteiligte

Projektleiter

DI Alexander Barnas
MABA Fertigteilindustrie GmbH

Projekt- und Kooperationspartner

  • BM Ing. Eduard Leichtfried
    BAUMIT Wopfinger Baustoffindustrie GmbH
  • DI Gerhard Danzinger
    BIOGAS GmbH Bruck an der Leitha
  • Dipl.-Ing. Dr.techn. Sinan Korjenic, Dr. Friedrich Loibnegger, DI Harald König, DI Dr. Karl Deix
    TECHNISCHE UNIVERSITÄT WIEN - Institut für Hochbau
  • Dr. Franz Benjamin Schügerl
    UNIVERSITÄT WIEN - Institut für Risikoforschung

Kontaktadresse

DI Alexander Barnas
MABA
Industriestraße 28
2601 Sollenau
Tel.: +43 (2628) 410-300
E-Mail: alexander.barnas@maba.at
Internet: www.maba.at

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