Foto: Frontansicht des Einfamilien-Passivhauses in Pettenbach

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Kern des Projektes war die Darstellung der Harmonisierungs­anforderungen der Berichte an die statistischen Organisationen hinsichtlich Material- und Energieeinsatz, Umweltinvestitionen und laufendem Aufwand mit der IFAC Leitlinie für Umweltkosten und dem Leitfaden zu Nachhaltigkeitskennzahlen der Global Reporting Initiative.

Kurzbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Kern des vorliegenden Forschungsprojektes war der Vergleich der Definitionen und Berichtspflichten für statistische Zwecke mit jenen der Umwelt- und Materialstromkostenrechnung nach UN DSD und IFAC, der International Federation of Accountants und dem Leitfaden für Nachhaltigkeitskennzahlen und -berichterstattung der Global Reporting Initiative, GRI. Die Empfehlungen für Konsistenz wurden in den SEEA 2003 Revisionsprozeß und die Umweltkostenerhebung durch Statistik Austria eingebracht.

Für IFAC wurde 2005 auf Basis eines im Rahmen eines Fabrik der Zukunft-Projektes für die Vereinten Nationen, Division for Sustainable Development, UN DSD, erarbeiteten Strategiepapiers eine weltweite Leitlinie zur Umwelt- und Materialstromkostenrechnung erarbeitet. Seither wurde die IFAC Leitlinie in einigen Firmenprojekten umgesetzt, innerhalb derer interne Verfahrensanweisungen für die Datenerhebung und die konzernweite Berichterstattung erarbeitet wurden. In den Firmenprojekten wurde offensichtlich, dass die nationalen Berichtspflichten für statistische Zwecke teilweise stark divergieren, obwohl sie sich alle auf dieselben internationalen und europäischen Anforderungsdokumente beziehen. Daraus ergaben sich Anregungen zu einer weiteren Harmonisierung der betrieblichen Aufzeichnungs- und Berichtspflichten.

Die Zusammenarbeit mit der statistischen Abteilung der Vereinten Nationen erfolgte primär über die Mitwirkung in der London Group of Environmental Accounting. In den Sitzungen 2007 bis 2009 wurde der SEEA 2003 Revisionsprozesses in der London Group of Environmental Accounting durch die Sammlung der zu berücksichtigenden Aspekte vorbereitet. Diese Arbeitsgruppe ist mit der Revision des System of Environmental-Economic Accounting (SEEA 2003) betraut und hat die bessere Konsistenz mit der Struktur der betrieblichen Aufzeichnungen aufgrund des gegenständlichen Projektes auf die Tagesordnung genommen.

Die wesentlichen Unterschiede zwischen SEEA und IFAC liegen einerseits in der Klassifikation der Inputseite der Materialbilanz, da SEEA keine Unterscheidung zwischen Roh-, Hilfs-, und Betriebsstoffen trifft, sondern Materialinputs und Produktoutputs primär nach der Codifizierung der Industriesektoren vornimmt. Andererseits ist die SEEA Definition der Umweltkosten dem Paradigma der „Zusatzkosten der Umweltschutzes“ verhaftet, das sich aus dem Kriterium des überwiegenden Umweltschutzzweckes ableitet. Dies führt de fakto zu einem Ausschluss aller Investitionen, die sich betriebswirtschaftlich rechnen, sowie zu einem Ausschluss von Maßnahmen zur Erhöhung der Material- und Energieeffizienz oder zur Verringerung der Umweltauswirkungen der Produkte.

Es ist ein Grundproblem des SEEA Ansatzes, Umweltschutz als Satelittensystem zur „normalen“ Produktion zu begreifen und die Materialflußrechnung von der Umweltkostenrechnung getrennt zu betrachten. Während auf der Mikroebene grundsätzlich versucht wird zu zeigen, dass und wie sich Umweltweltschutzmaßnahmen rechnen, ist der Ansatz der Makroebene, nur den „Zusatzaufwand des Umweltschutzes“ auszuweisen, und Maßnahmen, die sich rechnen, grundsätzlich auszuschließen. Daraus resultieren dann auch sehr unterschiedliche Einschätzungen, was eine umweltrelevante Investition ist.

Im Rahmen des Projektes erfolgte zusätzlich der inhaltliche Austausch mit Eurostat und ISI, dem International Statistical Institute, mit aktuell laufenden Forschungsprojekten und wissenschaftlichen Kollegen, sowie Statistik Austria und der Wirtschaftskammer Österreich. Dadurch soll sichergestellt werden, dass auch nach Projektende genügend Bewusstsein für die aufgezeigten Differenzen und erarbeiteten Empfehlungen vorhanden ist, um sie an geeigneter Stelle wieder einbringen zu können.

Die Grundlagen für den Aufbau harmonisierter betrieblicher Informationssysteme und eine Vereinheitlichung und Vergleichbarkeit der Informationsanforderungen wurden damit geschaffen.

Publikationen

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Schriftenreihe 29/2010 C. Jasch, Herausgeber: bmvit
Deutsch, 99 Seiten

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Projektbeteiligte

Projektleitung

Univ.-Doz. Mag. Dr. Christine Jasch
Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung

Kontaktadresse

Univ.-Doz. Mag. Dr. Christine Jasch
Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung
Rechte Wienzeile 19/10, 1040 Wien
Tel.: +43 (1) 5872189
E-Mail: Info@ioew.at
Internet: www.ioew.at

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