Foto: Frontansicht des Einfamilien-Passivhauses in Pettenbach

Technologie-Roadmap für Photovoltaik in Österreich

Erstellung einer Photovoltaik Roadmap für Österreich - eine Studie zur Abschätzung der Möglichkeiten, wirtschaftlichen Potentiale und Hemmnisse der Zukunftstechnologie Photovoltaik, als Basis für strategische Entscheidungen in der Energiewirtschaft und der Energietechnologiepolitik.

Kurzbeschreibung

Kurzfassung

Diese Roadmap hat das Ziel, den möglichen Beitrag der Photovoltaik in einem bis 2050 vollständig erneuerbaren Energieszenario Österreichs aufzuzeigen.

Die EU Kommission hat in ihrem „Fahrplan für den Übergang zu einer wettbewerbsfähigen CO2-armen Wirtschaft bis 2050“ Wege skizziert, die zu einem 80-95%igen CO2-Rückgang gegenüber 1990 führen sollen, wobei der Stromsektor bis 2050 CO2-frei ist. Auch fünf österreichische Bundesländer haben bereits das Ziel der 100%igen erneuerbaren Energieversorgung bis 2050 in ihrer Energiestrategie.

Bei der Klimakonferenz 2015 in Paris wurden überdies noch ambitioniertere Ziele diskutiert: so hat Österreichs Regierung angekündigt, bereits bis 2030 den Strom ausschließlich aus erneuerbaren Quellen bereitzustellen.

Im Weiteren soll diese Roadmap Hilfestellung sein, um eine 100% Erneuerbare Energiezukunft Österreichs zu planen.

Die möglichen Beiträge der PV dazu werden in diesem ersten Schritt der Roadmap skizziert, die Beiträge der anderen erneuerbaren Energieträger, sowie mögliche Energieeinsparungspotentiale, vor allem aber systemische Vernetzungen in den Wärme, Gas und Treibstoffbereichen sowie Synergien sind, in einem zweiten Schritt gemeinsam mit diversen anderen Akteuren zu diskutieren.

Ausgangssituation

Nach einigen Pionieranlagen in den späten 80er Jahren kam es in Österreich ab der Einführung des Ökostromgesetzes 2002 zu einer ersten geringfügigen Marktentwicklung von PV. Durch Einführung der PV Förderungen des Klima- und Energiefonds und Änderungen im Ökostromgesetz entstand ab 2009 ein erster signifikanter Markt.

Gesamt sind 2016 nun etwa 1 GW PV Anlagen installiert, damit werden knapp 2% des Österreichischen Strombedarfes (Stromabgabe an Endverbraucher) gedeckt. Etwa 115 MW an PV-Modulen wurden 2015 in Österreich produziert; das ist der bislang höchste erzielte Wert; Vorgelagerte Stufen der PV-Produktion (Polysilizium, Ingots, Wafer, Zellen) gibt es in Österreich derzeit nicht.

Die jährlichen Installationsraten der letzten Jahre liegen im Durchschnitt bei etwa 150-200 MW. Der mittlere Anlagenpreis ist in den letzten 7 Jahren auf etwa ein Drittel gesunken (-68%); Etwa 3500 Arbeitsplätze bestehen im PV Bereich; 85% der in Österreich 2014 installierten PV Anlagen wurden als Aufdachanlagen errichtet, 2,4% sind in Dach oder Fassade integriert, 11,7% sind Freiflächenanlagen.

Inhalt und Zielsetzungen

Diese Photovoltaik Roadmap hat das Ziel, den möglichen Beitrag der Photovoltaik in einem bis 2050 vollständig erneuerbaren Energieszenario Österreichs aufzuzeigen.

Im Weiteren soll diese Roadmap Hilfestellung sein, um eine 100% Erneuerbare Energiezukunft Österreichs zu planen. Die möglichen Beiträge der PV dazu und die Auswirkungen auf die Bereiche Industrie, Gebäude/Cities und Energieinfrastrukturen werden in diesem ersten Schritt der Roadmap skizziert; die Beiträge der anderen erneuerbaren Energieträger, sowie mögliche Energieeinsparungspotentiale, vor allem aber systemische Vernetzungen in den Wärme, Gas und Treibstoffbereich sowie Synergien sind in einem zweiten Schritt gemeinsam mit diversen anderen Akteuren zu diskutieren.

Methodische Vorgangsweise

Basierend auf internationalen Recherchen über Strategien der weiteren Photovoltaik-entwicklung wurde in einem gemeinsamen breiten Stakeholder Prozess, u.a. anlässlich der 13. Österr. Photovoltaik Fachtagung in Schwaz, die generelle Ausrichtung der Technologie-Roadmap diskutiert. Mit unzähligen Experten-Konsultationen und 2 Workshops mit ExpertInnen aus Kreisen der Smart Grids Technologieplattform und österr. Stromnetzbetreibern aber auch ExpertInnen aus dem Bereich Gebäude/Smart City wurden vor allem die Implikationen des verstärkten Ausbaus diskutiert.

Ergebnisse

Unter der Annahme, dass es zu einer massiven Elektrifizierung des Energiesystems und Umstellung des Mobilitätssystems als auch aller wesentlichen Industrieprozesse auf Strombasis kommt, kann die Photovoltaik in Österreich bis 2030 etwa 15% und bis 2050 etwa 27% des Strombedarfes decken.

Die Flächenpotentiale für derartige Größenordnungen sind alleine auf heute schon bestehenden Dächern und Fassaden verfügbar, selbst bei Annahme von Wirkungsgraden der Technologie nach heutigem Stand; diese 27% decken sich auch mit dem globalen Szenario für den Stromanteil aus Solarenergie, den die IEA bis 2050 weltweit prognostiziert.

Bis 2030 werden dadurch Investitionen von etwa 9 Milliarden Euro ausgelöst. Seitens der Integration hoher Photovoltaik-Erzeugung in die Stromnetze wurden bereits umfassende technische Lösungen aufgezeigt, vor allem seitens regulatorischer und gesetzgeberischer Maßnahmen besteht noch Handlungsbedarf, um eine optimale Integration der Photovoltaik ins Energiesystem zu ermöglichen.

Wichtigste technisch/gesetzgeberische Begleitmaßnahme ist jedenfalls die umfassende Flexibilisierung des Stromsystems.

Publikationen

Technologie-Roadmap für Photovoltaik in Österreich

Photovoltaik hat in den letzten Jahren den Durchbruch von einer Randtechnologie zu einem wesentlichen Akteur in der Energieversorgung geschafft. Die Roadmap zeigt auf, welches Potential Photovoltaik in Österreich hat, mit besonderem Augenmerk auf Industrien, Gebäude- und Stadtentwicklung sowie Energieinfrastruktur. Schriftenreihe 15 /2016
H. Fechner, C. Mayr, A. Schneider, M. Rennhofer, G. Peharz, Herausgeber: bmvit
Deutsch, 27 Seiten

Downloads zur Publikation

Weitere Informationen

Projektbeteiligte

Projektleitung

Hubert Fechner, FH Technikum Wien

ProjektpartnerInnen

  • Christoph Mayr, Astrid Schneider, Marcus Rennhofer, AIT
  • Gerhard Peharz, JOANNEUM Research
  • Sowie über 60 weitere Expertinnen, die im Zuge der Erstellung dieser Roadmap wertvolle Anregungen und Impulse geliefert bzw. Textentwürfe kommentiert haben.

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