Foto: Frontansicht des Einfamilien-Passivhauses in Pettenbach

Wärmelieferung im Container

Speicherung von Industrieabwärme in Latentwärmespeichern (handelsübliche Transport-container) und anschließende Nutzung der Wärme in Gewerbebetrieben und öffentlichen sowie privaten Gebäuden unter Einbindung von konventionellen Energieversorgern. Technische und finanzielle Machbarkeitsstudie.

Kurzbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Die Nutzung industrieller Abwärme wird zukünftig eine erhöhte Relevanz in der Energieversorgung darstellen, nicht zuletzt aufgrund der Forderungen der Europäischen Union: "20 % mehr Energieeffizienz, 20 % weniger CO2-Ausstoß und 20 % erhöhter Anteil an Erneuerbaren Energieträgern". Die Auskopplung von Industrieabwärme mittels Fernwärmetrassen ist zwar Stand der Technik, oft scheitern derartige Projekte aber an der zu großen Distanz zwischen Industriebetrieb und potentiellen Abnehmern.

Durch neue Entwicklungen in der Wärmespeichertechnologie, den so genannten mobilen Latentwärmespeichern, kann sich eine Fernwärmeversorgung über die technischen und/oder wirtschaftlichen Grenzen von Fernwärmetrassen ausweiten. Im Rahmen der vorliegenden Studie wurden am Markt erhältliche Systeme erhoben und deren Einsatzmöglichkeiten im Bereich der industriellen Abwärmenutzung am Beispiel der Region Brixlegg (Tirol, Österreich) untersucht.

Kernthermen der Studie sind die Erhebung der technischen, organisatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für die Implementierung eines LWS-Systems sowie die Berechnung der wirtschaftlichen Kennzahlen und der ökologischen Auswirkungen in unterschiedlichen Einsatzvarianten.

Im Rahmen eines Workshops mit potentiellen Abnehmern in der Region konnten Kriterien erhoben werden, unter denen eine Abnahme der "Wärme aus dem Container" für Betriebe möglich wäre. Auf Basis dieser Gespräche konnten Betriebe gefunden werden, die bereit waren ihre derzeitige Wärmeversorgung hinsichtlich eines Einsatzes von LWS-Systemen analysieren zu lassen um so ein "Modellsystem" für die Region Brixlegg zu erstellen.

Aus der Betrachtung des Modellsystems konnten allgemein gültige Aussagen zu den für eine Umsetzung notwendigen Voraussetzungen von Wärmequelle, Logistik und Abnehmer abgeleitet werden um das Projekt auch auf andere Anwendungen zu übertragen. Weiters konnten wertvolle Aussagen zu möglichen Organisationsmodellen und zur Wirtschaftlichkeit des Systems, aber auch zu noch bestehenden Schwierigkeiten erhoben werden.

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen auf, dass mobile Latentwärmespeicher eine ökologische und unter bestimmten Voraussetzungen auch eine ökonomische Ergänzung zu konventionellen Fernwärmetrassen darstellen kann, für eine breite Umsetzung aber noch Entwicklungsbedarf vor allem hinsichtlich der Energiedichte der Container besteht. Dadurch, dass die Wärmekosten von mobilen Latentwärmespeichern aber wesentlich stabiler auf Rohölpreisschwankungen reagieren als zum Beispiel der Heizölpreis, kann dieser Form der Wärmeversorgung aber zukünftig ein sehr hohes Potential zugeschrieben werden.

Publikationen

Latentwärmespeicher für trassenlose Wärmeerzeuung

Innovative Nutzung von Industrieabwärme und Aufbau einer Logistik für "Wärmelieferung im Container"
Schriftenreihe 23/2008 A. Hofmann et al., Herausgeber: bmvit
Deutsch, 127 Seiten

Downloads zur Publikation

Projektbeteiligte

Projektleiter

DI (FH) Angela Hofmann
ATB/TBB Antennen°Umwelt°Technik und Technisches Büro Becker

Projekt- und Kooperationspartner

  • Montanwerke Brixlegg AG
  • FHS Kufstein Tirol Bildungs-GmbH
  • Energie Tirol
  • Cluster Tirol Wellness
  • Tiroler Zukunftsstiftung

Kontaktadresse

ATB/TBB Antennen°Umwelt°Technik und Technisches Büro Becker
DI (FH) Angela Hofmann
Dörferstraße 16, A-6067 Absam
Tel.: +43 (5223) 53090
Fax: +43 (5223) 53588
E-Mail: office@atb-becker.com
Internet: www.atb-becker.com This content in English

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