Foto: Frontansicht des Einfamilien-Passivhauses in Pettenbach

Produktionsverfahren für flüssigen Treibstoff aus Biomasse (BTL)

Realisierung einer Prototypenanlage zur Gewinnung flüssiger Kraftstoffe aus Biomasse durch katalysierte Flüssighasenpyrolyse mit einer Jahreskapazität von mind. 600 m3/Jahr auf Basis einer neu erprobten Technologie

Kurzbeschreibung

Status

laufend

Kurzfassung

Die Lignosol Technologie GmbH & Co. KG mit Sitz in Salzburg hat ein Verfahren entwickelt, mit dem aus Biomasse, insbesondere aus Holz, durch katalytische Pyrolyse in der Flüssigphase ein Produktöl erzeugt wird, das große chemische Ähnlichkeit mit herkömmlichem fossilem Kraftstoff aufweist.

Dieses Verfahren wurde im Rahmen einer Laboranlage bereits im mehrmonatigen Betrieb beprobt. Im Rahmen einer Feasibility-Studie durch das Institut für Thermische Verfahrenstechnik und Umwelttechnik der Technischen Universität Graz wurde das Verfahren überprüft und dessen Funktion bestätigt. Der Wirkungsgrad des Verfahrens ist sehr hoch, ein Großteil des Energieinhaltes der Biomasse findet sich im Produktöl wieder. Nebenprodukte sind energetisch verwertbar.

Vorteile des Verfahrens

Das Lignosol Produktöl unterscheidet sich grundlegend von herkömmlichen Pyrolyseölen. Es weist im Vergleich zu diesen einen wesentlich höheren Energiegehalt auf, ist teerfrei und fossilem Kraftstoff sehr ähnlich. Der Aufwand, daraus normgerechten Treibstoff oder Treibstoffkomponenten herzustellen, wird als gering eingeschätzt. Im Vergleich zu anderen, derzeit in Entwicklung befindlichen BTL-Verfahren ist hier bei ähnlicher Produktqualität der technische Aufwand deutlich reduziert. Daher ist es aus heutiger Sicht möglich, mit diesem Verfahren auch dezentrale Anlagen zu realisieren, deren Kapazität auf die Menge der lokal verfügbaren Biomasse abgestimmt ist.

Im Lignosol Prozess werden als Rohstoff Ganzpflanzen sowie Stroh oder Holz eingesetzt. Durch die gesamte Nutzung der Biomasse lässt sich ein höherer Ertrag aus den Anbauflächen erzielen. Das Lignosol Produktöl ist daher ein CO2 neutraler BTL-Kraftstoff und weist damit ein hohes Potential auf, ein wichtiger Bestandteil zukünftiger Energiesysteme zu werden.

Zielsetzung des gegenständlichen Projektes ist es, die Anlagentechnologie für eine Prototypenanlage mit einem Output von rund 600 m3 zu entwickeln, diese herzustellen und im Testbetrieb zu betreiben. Dabei gilt es, das diskontinuierliche Verfahren der Laboranlage in ein kontinuierliches überzuführen und weitere Scale-Up Schritte zu vollziehen. Daraus ergeben sich insbesondere Entwicklungsaufgaben für die thermische und mechanische Führung des Reaktors sowie für die Verwertung der Nebenprodukte. Das Produktöl soll während der Entwicklungsphase in einem Blockheizkraftwerk verstromt werden, wobei die Abwärme am Standort genutzt wird. Es ist im Rahmen eines weiteren Projektes vorgesehen, eine Lösung für die Verwertung des Lignosol Produktöles als normgerechten Treibstoff für Kraftfahrzeuge zu erarbeiten. Im Anschluss soll als Demonstrationsprojekt eine BTL-Produktionsanlage realisiert werden, die die gesamte Biomasse im nahen Einzugsbereich eines Standortes übernimmt. Dieses Werk soll als Referenzanlage für die Lignosol Technologie zur Herstellung biogener Kraftstoffe dienen.

Projektbeteiligte

Projektleiter

Dipl.-Ing. Gregor Waldstein
Lignosol Technologie GmbH & Co KG

Projekt- und Kooperationspartner

  • TU Graz, Institut für Thermische Verfahrenstechnik und Umwelttechnik

Kontaktadresse

Lignosol Technologie GmbH & Co KG
Dipl.-Ing. Gregor Waldstein
Gneiser Straße 63b
5020 Salzburg
Tel. +43 (662) 833824 10
Fax +43 (662) 824513 22
E-Mail: g.waldstein@lignosol.com

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