Polygeneration von Bioethanol, Biogas, Strom und Wärme durch die Betreibergemeinschaft Sun Power Plant Project GesbR

Analyse der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Produktion von Treibstoff-Bioethanol in der Region Harmansdorf/Rückersdorf (NÖ), Teilnehmer der Leaderregion "10 vor Wien", unter Einbeziehung innovativer Verschaltungskonzepte mit Biogas- und Prozesswärmeversorgungsanlagen und der Berücksichtigung von Lignocellulose als Rohstoff für die Bioethanol- und die Biogasproduktion.

Kurzbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Ziel des Projektes war die Analyse der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Produktion von Treibstoff-Bioethanol in der Region Harmansdorf/Rückersdorf (NÖ), Teilnehmer an der Leaderregion "10 vor Wien". Entgegen der allgemeinen Tendenz den regenerativen Energieträger Bioethanol in Großanlagen unter Einsatz von fossiler Energie zu erzeugen, wurde in diesem Projekt die Realisierbarkeit einer dezentralen Kleinanlage untersucht, deren Energiebedarf durch nachwachsende Rohstoffe gedeckt wird. Die Analyse der Gegebenheiten vor Ort hat ergeben, das der gewählte Standort ausreichend Substrat für Anlagen der Kapazität 5000 t/a Ethanol aus lokaler Produktion zur Verfügung stellen kann. Damit ist eine Grundvoraussetzung für den nachhaltigen Betrieb der Anlage erfüllt.

Die erforderliche Adaption des Ethanolprozesses für die Treibstoffproduktion wurde durch Laborversuche an Pervaporations- und Dämpepermeationsmembranen unterstützt. Die energetisch effizienteste und wirtschaftlichste Prozessvariante für die gegebenen Bedingungen wurde identifiziert. Für die Abschätzung der Biogasausbeuten wurden umfangreiche Versuchsserien mit diversen Substraten erfolgreich durchgeführt. Obwohl die technischen und energetischen Potentiale der stärkebasierenden Anlagen weitestgehend ausgereizt wurden, konnte keine Wirtschaftlichkeit erreicht werden, wie noch bei der Projekteinreichung erwartet. Grund dafür sind neben den hohen Stahl -und Energiepreisen, die sich in erhöhten Baustoffkosten niederschlagen, die gravierend gestiegenen Getreidepreise.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken wurde Lignocellulose als Substrat nicht nur für die Biogas-, sondern auch für die Bioethanolproduktion in Betracht gezogen. Schon bei einer Anlagengröße von 2500 t/a Ethanol und Ökostromeinspeisung ist das Konzept potentiell konkurrenzfähig. Diese Varianten können ganz eindeutig der 2ten Generation Biotreibstoffe zugeordnet werden und stellen keine direkte Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion dar. Die Durchführbarkeit einer Bioethanolproduktion mit lignocellulosehältigen Rohstoffen scheint basierend auf Labordaten und Simulationen realistisch. Die Abstimmung und Optimierung der Anlangenteile, der Prozessparameter und der Fermentationen muss jedoch in Pilot- und Demonstrationsanlagen erfolgen, bevor eine Realisierung angedacht werden kann.

Projektbeteiligte

Projektleiter

Ao. Univ.-Prof. Dr. Anton FRIEDL
TU Wien, Institut für Verfahrenstechnik

Kontaktadresse

TU Wien, Institut für Verfahrenstechnik
Ao. Univ.-Prof. Dr. Anton FRIEDL
Getreidemarkt 9/166-2
1060 Wien
Tel.: +43 (1) 58801-15920
Fax: + 43 (1) 58801-15999
E-Mail: Anton.Friedl@tuwien.ac.at
Website: http://www.vt.tuwien.ac.at

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