Passivhauswohnen³: Facility Management im privaten Wohnbau - ein Schlüssel zur Optimierung der Energie- und Betriebskosten

Das Projekt steht für einen institutionalisierten bewusstseinsbildenden Prozess, der auf Bauträger- und Nutzerebene energie- und betriebskosteneffizientes Verhalten lenken und mit Hilfe einer Betriebskostengarantie entsprechende Rückkoppelungsmechanismen in Gang setzen soll.

Kurzbeschreibung

Status

Abgeschlossen

Kurzfassung

Ausgangslage

Mit der Projektierung einer Passivhauswohnanlage reagiert Hefel Wohn-bau im Sommer 2007 frühzeitig auf das Vorhaben der Vorarlberger Landesregierung, das Passivhaus als „geförderten Neubaustandard“ auch im großvolumigen Privatwohnbau vorzuschreiben. Die Herausforderung: Der Wohnbau muss die ökologischen Vorgaben unter Berücksichtigung von Unsicherheit und Mehrkosten realisieren, der zukünftige Nutzer akzeptieren. Vor diesem Hintergrund entsteht die Idee, ein KMU-spezifisches Modell zu entwickeln, das der „Qualitäts- und Akzeptanzsicherung von Passivhauswohnen“ dient.

Projektidee

Der Passivhausstandard gewährleistet schon heute ein erstaunlich hohes wirtschaftliches Einsparpotenzial. Die Möglichkeiten, den Energie- und Betriebskostenaufwand zusätzlich mit zu beeinflussen, und zwar über die Kosten der Primärenergie hinaus, werden aber noch immer gering geschätzt. „ PASSIVHAUSWOHNEN³ - Facility Management für privates Wohnen“ steht in diesem Zusammenhang für einen institutionalisierten bewusstseinsbildenden Prozess, der auf Bauträger- und Nutzerebene energie- und betriebskosteneffizientes Verhalten lenken und mit Hilfe einer Betriebskostengarantie entsprechende Rückkoppelungsmechanismen in Gang setzen soll.

Umsetzung

Auf der ersten Projektebene wird auf betriebliche Vorbehalte rund um die Passivhaustechnik reagiert. Risiko- und Qualitätsmanagementmaßnahmen liefern Sicherheit und systematisieren durch praxisnahe Dokumentationen und Leitfäden - über das Pilotprojekt „Gartenpark Lauterach“ hinaus - den Planungs- und Bauablauf. Zielgerichtete Schulungen fördern die Qualifikation, Marketing-Kommunikationsschwerpunkte unterstützen die Öffentlichkeitsarbeit und den Verkauf.

Auf der zweiten Projektebene steht PASSIVHAUSWOHNEN³ für einen klaren Verbrauchervorteil. Pro Jahr sollen in der neuen Passivhauswohnanlage rund 50 % an Gesamtbetriebskosten eingespart werden. Eine Betriebskostengarantie und Facility Management-Instrumente (Betriebskostencontrolling, Gebäudemanager) fungieren dabei im Zusammenspiel mit Projektebene 1 als sogenannte „Rückkoppelungsagenten“: „Qualitätsanspruch“ und „Qualitätsverpflichtung“ sind auf zwei unterschiedlichen Interessensebenen verbindlich geregelt und wechselseitig in Beziehung gestellt.

Fazit

Die Erkenntnis vor dem Hintergrund der ersten Projektebene lautet: Passivhaus-Wissen gezielt aufbauen, Vorbehalte und Unsicherheiten abbauen! Der gesamte Bau- und Planungsprozess muss zwangsläufig und unabhängig von der Unternehmensgröße evaluiert und systematisch mit den neuen energetischen Anforderungen verzahnt werden. Nur so ist gewährleistet, dass die erstmalige Realisierung eines mehrgeschoßigen Passivhausprojekts reibungslos und betriebswirtschaftlich optimiert von statten geht.

Die Ergebnisse der zweiten Projektebene zeigen: In der Projektierungs- und Initialisierungsphase beeinflusst der Ansatz „Facility Management für privates Wohnen“ in zielgerichteter Weise das Energie- und Betriebskostenbewusstsein. Dies gilt gleichermaßen für den Generalunternehmer und Bauträger wie für die Eigentümer- und Mietergemeinschaft. Inwieweit sich das auch langfristig auf die Energie- und Betriebskosteneffizienz der Passivhauswohnanlage „Gartenpark Lauterach“ auswirken und ob breitenwirksame Mobilisierungseffekte (im Sinne von Nachahmungsverhalten und/oder Nachahmungsprojekten) zu verzeichnen sind, kann im Rahmen dieser Forschungsarbeit hingegen nur vermutet werden. Weiterführendes lassen die Ergebnisse im Rahmen des EU-Programms alpine space geförderten Projekts „ENERBUILD“ erwarten.

Publikationen

PASSIVHAUSWOHNEN³

Facility Management im privaten Wohnbau - ein Schlüssel zur Optimierung der Energie- und Betriebskosten
Schriftenreihe 18/2011 J. Moosbrugger, Herausgeber: bmvit
Deutsch, 184 Seiten

Downloads zur Publikation

Projektbeteiligte

Projektleitung

Dr. Jeanette Moosbrugger
Hefel Wohnbau

Projektpartner

Energiewissenschaftliche Beratung:
DI Martin Ploss
Energieinstitut Vorarlberg

Mitfinanzierung:
Wohnbauförderung der Vorarlberger Landesregierung

Kontaktadresse

Dr. Jeanette Moosbrugger
Hefel Wohnbau
Wolfurterstraße 15
A-6923 Lauterach
Tel.: +43 5574 74302
E-Mail: j.moosbrugger@hefel.at

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