Foto: Frontansicht des Einfamilien-Passivhauses in Pettenbach

Optimierung der regionalen Warenströme (Qualitäten, Transport, Aufkommen, etc.) über Biomasse Logistikzentren

Durch die Einrichtung von regional optimal positionierten Biomasse-Logistikzentren soll in der gesamten Steiermark eine Verbesserung der Transport- und Aufbereitungskosten erreicht werden und die kontinuierliche Versorgung mit Biomasse-Brennmaterialien gleichmäßiger Qualität gewährleistet sein.

Kurzbeschreibung

Status

laufend

Kurzfassung

Durch den in den letzten Jahren verstärkten Ausbau von zahlreichen Biomassekraftwerken und Fernheizwerken und durch die Entwicklungen am fossilen Brennstoffmarkt (Erdöl- und Erdgaspreise) und der damit in Verbindung stehenden Erhöhung der Biomassekesselinstallationen ist Holz als Heizmaterial zur Mangelware geworden. Gleichzeitig werden in einem der waldreichsten Länder wie Österreich nur knapp 60% des jährlichen Zuwachses an Holz tatsächlich genutzt. Dies hängt einerseits mit der gesellschaftspolitischen Entwicklung zusammen und andererseits mit der Aufklärung der Waldbesitzer. Vor allem im Kleinwald (< 200 ha), der mit knapp 50% nur die Hälfte des möglichen Zuwachses nutzt, besteht ein sehr hohes Potenzial.

Um an diese bestehenden, aber ruhenden Holzressourcen heranzukommen und auch die Energieholzsortimente auf den Markt zu bringen bedarf es einer Reihe von zusätzlichen Maßnahmen. Neben den aus einem Vorläuferprojekt resultierenden Bewirtschaftungsmodellen und Dienstleistungsangeboten braucht es aber auch eine Verbesserung der Mengenströme und eine Bündelung der Mengen zur kosteneffizienten und energieschonenden Aufbereitung der unterschiedlichen Brennstoffsortimente. Der Ansatz dieses Konzeptes liegt in Optimierung der Logistik- und Aufbereitungskosten durch die Implementierung der relevanten regionalen Akteure.

Ziel des Projektes ist es die für die Umsetzung optimal geeigneten Standorte anhand theoretischer Kriterien (Warenströme, optimale Transportradien, Infrastrukturen, etc.) festzulegen und danach mit bereits vorhandenen Strukturen (bestehende Lagerkapazitäten bei Abnehmern, aufgelassene Sägewerksstandorte, leer stehende Infrastrukturen, etc.) zu überschneiden. Damit sollten die optimalen Punkte herausgefiltert werden. Es herrschen aber nicht überall in der Steiermark die gleichen Voraussetzungen hinsichtlich der Aufkommens- und Absatzmengen an Energieholzsortimenten. Daher werden in diesem Projekt auch Alternativen zur Versorgungsabsicherung überprüft. Die Möglichkeiten hinsichtlich Alt- und Restholzverwertung sowie die Erzeugung möglicher Alternativprodukte wie Gras- oder Ganzpflanzenpellets werden über eine Feasibility-Studie auf ihre Machbarkeit hin untersucht. Weiters werden zwei angestrebte Produktinnovationen und zwei weitere Energie-Dienstleistungsangebote über eine Marktanalyse untersucht. Um eine bessere Kenntnis über die tatsächliche Energieeffizienz der Palette an Holzbiomasse zu bekommen wird eine Energiebilanz für die wesentlichen Produktgruppen erstellt und für unterschiedliche (regionaler und überregionaler Transport) Szenarien verglichen.

Im Projekt werden über die angeführten Partner sowohl die Forschungseinrichtungen als auch Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen mit hohem Innovationscharakter mit eingebunden. Die regionalen Akteure in der Holzbeschaffung werden über die Waldverband Steiermark GmbH und ihren regionalen Verbänden sowie den Regionalstellen des Maschinenringes abgedeckt. Die Abnehmerstrukturen sind über zwei Vertreter von Heizwerks- und KWK-Betreibern eingebunden, wobei der Zugang zu vielen Abnehmern vorhanden ist. Die kleineren Heizwerkbetreiber und private Haushalte werden über die Regionalenergie Steiermark und die Landwirtschaftskammer angesprochen. In der ersten Phase des Projektes werden die Erhebungen noch auf ev. Gemeinsamkeiten abgestimmt. Nach der Durchführung der Datenerfassung und der Literaturrecherchen können die Analysen und Auswertungen durchgeführt werden. Da im Projekt einige Themenbereiche abgedeckt werden, können viele Arbeiten parallel abgewickelt werden. Dies erfordert aber ein intensives und professionelles Projektmanagement, das über die Scheff GmbH und den Antragsteller gewährleistet wird.

Als Ergebnis erwartet man ein umfassendes Logistikkonzept mit einer Empfehlung für mögliche Umsetzungsstandorte unter Hinweis auf mögliche Risken bzw. der kritischen Erfolgsfaktoren für die Umsetzung. Die Aufbereitung der tatsächlich technisch und ökonomisch bringbaren Energieholzmengen je Bezirk soll in Abgleich mit dem aktuellen und künftigen Versorgungsbedarf eine stabile Ausgangsbasis für die nachfolgende Umsetzung eines Demonstrationsprojektes sein. Aus der Machbarkeitsstudie und den Marktanalysen können, je nach Ergebnis, eine oder mehrere Produkt- und Dienstleistungsinnovationen in die Weiterentwicklung oder Umsetzung gebracht werden. Durch die angestrebten Optimierungen im gesamten Warenstrom erwartet man sich neben der Schaffung von zusätzlichen Arbeitsplätzen in den ländlichen Regionen eine erhebliche Verbesserung der Versorgungsstruktur mit nachhaltigen Rohstoffen sowie einen Impuls zur Verbesserung der Kostenstrukturen und des Energieverbrauchs in der Erzeugung.

Projektbeteiligte

Projektleiter

Dr. Christian Schnedl,
Waldverband Steiermark GmbH

DI Willibald Ehrenhöfer,
Scheff GmbH

Projekt- und Kooperationspartner

  • Universität für Bodenkultur / Institut für Forsttechnik
  • Scheff GmbH
  • Österreichischer Biomasseverband
  • Regionalenergie Steiermark
  • Maschinenring Steiermark
  • Bio-Fernwärmeversorgungsgenossenschaft Dachstein-Tauern
  • Fernwärme Weiz GmbH

Kontaktadresse

Waldverband Steiermark GmbH
Hamerlinggasse 3
8010 Graz This content in English

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