Foto: Frontansicht des Einfamilien-Passivhauses in Pettenbach

Landwirtschaft 2020

Die Landwirtschaft stellt eine wesentliche Grundlage der nachhaltigen Energieversorgung der Gesellschaft dar. Sie kann diese Aufgabe aber nur dann erfüllen, wenn sie selbst in ihrer Energieversorgung nachhaltig ist. Die notwendigen Umsetzungsschritte um diesen Zustand bis zum Jahr 2020 in einem konkreten regionalen Umfeld (Oststeiermark) zu erreichen werden im Rahmen des Projektes festgelegt.

Kurzbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Die Land- und Forstwirtschaft wird eine wesentliche Grundlage der nachhaltigen Energieversorgung der Gesellschaft in Zukunft darstellen. Sie verwaltet den größten Teil der Fläche und damit des solaren Einkommens der Gesellschaft. Damit ist die Land- und Forstwirtschaft auch der Verwalter jener Ressourcen, die fossile Energieträger ablösen werden. Die Landwirtschaft kann diese Aufgabe nur dann zukunftssicher erfüllen, wenn sie selbst in ihrer Energieversorgung nachhaltig ist und nachhaltige Produktionsverfahren anwendet. Das Projekt zeigt Umsetzungsschritte in der konkreten Region Oststeiermark auf, um zu einer nachhaltigen Landwirtschaft zu gelangen. In drei Grundszenarien (A Ist-Situation, B mittelfristige Betrachtung, C- langfristige Betrachtung) wird die Zukunftsstruktur der Landwirtschaft, der Energieversorgung und der Lebensmittelversorgung der Region diskutiert, wobei die Zielsetzung "nachhaltige Landwirtschaft" bis zum Jahr 2020 erreicht werden soll.

Heute ist die Land- und Forstwirtschaft selbst in einer agrarisch geprägten Region wie der Oststeiermark eine wirtschaftliche "Randerscheinung", abhängig von Transferzahlungen und aufbauend auf fossilen Energieträgern. Die Analyse zeigt jedoch, dass die Land- und Forstwirtschaft zu einem wichtigen Spieler der Regionalwirtschaft werden kann, wenn sie ihre Chance in der regionalen Energieversorgung wahrnimmt. Die "Energieregion Oststeiermark" hat das Potential bereits mittelfristig einen hohen Energieeigenversorgungsgrad zu erreichen.

Diese Chancen zu nutzen erfordert allerdings eine tief greifende Umstrukturierung der Land- und Forstwirtschaft, wobei hier rasch Maßnahmen gesetzt werden müssen. Das Zeitfenster, in dem sich die Landwirtschaft ihre Position in der regionalen Energie- und Rohstoffversorgung sichern kann, ist sehr eng und muss konsequent genutzt werden. Wird diese Chance nicht wahrgenommen, so wird die Land- und Forstwirtschaft zum reinen Rohstofflieferanten degradiert. Intensivierung, Raubbau und Verlust der Eigenständigkeit bilden dann vor dem Hintergrund globaler Konkurrenz konkrete Bedrohungsbilder.

Die vorliegende Studie stellt eine umfassende und sektorübergreifende Neustrukturierung der regionalen Land- und Forstwirtschaft, nachgeschalteter Gewerbe- und Industriesektoren und der Energieversorgung der Haushalte zur Diskussion. Anders als bei vielen sektoralen Potentialanalysen wird in dieser Studie auf die Frage der Flächen- und Ressourcenkonkurrenz explizit eingegangen. Die Ergebnisse der Studie machen deutlich, dass für eine nachhaltige Land- und Forstwirtschaft ein umfassender Ressourcenplan und der politische Wille, diesen auch durchzusetzen, unumgänglich ist. Zusätzlich ist ein gesellschaftlicher Grundkonsens notwendig, der die Versorgungspflicht der regionalen Landwirtschaft im Hinblick auf die zu versorgenden Gebiete und bereitzustellenden Dienstleistungen, festlegt.

Eine multifunktionale bedarfsgerechte Land- und Forstwirtschaft, die nachhaltige energieextensive Anbausysteme wie z.B. Mischkulturen (Produktion) einsetzt, wird das Rückgrat der Region Oststeiermark darstellen. Der Landwirt der Zukunft ist ein "Regionalwirt", der Dienstleistungen anbietet und gelernt hat, sich zu vernetzen. Der "Regionalwirt" wird sich über Sektorgrenzen hinaus wirtschaftlich an Unternehmungen beteiligen,. Die Energie(nah)versorgung ist dabei ein "Schuhlöffel", der diese Vernetzung einleiten kann. Die Bereitstellung von biogenen Industrierohstoffen und hochqualitative, authentische Lebensmittel kann auf die entstehenden Netzwerke zwischen Landwirtschaft, Gewerbe und Industrie und den regionalen Konsumenten aufsetzen. Schon aus der Energieversorgung allein können langfristig 10.900 neue Arbeitsplätze in der Oststeiermark entstehen und die regionale Wertschöpfung dramatisch erhöht werden. Die in diesem Projekt erarbeiteten Szenarien wurden bereits erfolgreich in den gesellschaftlichen Diskurs der Region eingebracht. Sie bilden nun den fachlichen Hintergrund, vor dem Zukunftsplanung in der Oststeiermark abläuft.

Publikationen

Landwirtschaft 2020

Grundlagen einer nachhaltigen energietechnischen Gesellschaftsentwicklung
Schriftenreihe 46/2007 B. Birnstingl-Gottinger et al., Herausgeber: bmvit
Deutsch, 180 Seiten

Downloads zur Publikation

Projektbeteiligte

Projekt- bzw. Kooperationspartner 

  • TU Graz, Institut für nachhaltige und ressourcenschonende Systeme (in Kopperation mit UNI Veszprem) (Werkvertragspartner)
  • Technisches Büro NATAN (Werkvertragspartner)
  • AEE INTEC (Werkvertragspartner)
  • ARGE Kreislaufwirtschaften mit Mischkulturen (Werkvertragspartner)
  • Universität Salzburg, Institut für Politikwissenschaft (Werkvertragspartner)
  • TB Riebenbauer

Kontaktadresse

Bakk. Birgit Birnstingl-Gottinger
Ökocluster Oststeiermark
Steinberg 132, A-8151 Hitzendorf
Tel.: +43 (316) 576980
E-Mail: birgit.birnstingl@inode.at
Internet Ökocluster

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