Foto: Frontansicht des Einfamilien-Passivhauses in Pettenbach

KOMEOS - Konzeption von Modellen multifunk­tionaler Energiezentren für die Ost-Steiermark

Modellansätze für regionale, multifunktionale Energiezentren für die Region Ost-Steiermark, die auf die Kombinationen verschiedener Technologien mit möglichen Koppelnutzungen an ausgewählten Standorten abzielen. Identifizierung optimaler Technologiekombinationen und allgemeiner Umsetzungsempfehlungen.

Kurzbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Die Entwicklung und Umsetzung erneuerbarer Energien hat in der Oststeiermark einen besonderen Stellenwert. Diese Vorreiterrolle manifestiert sich auch im Ziel, eine EU Demoregion für Erneuerbare Energie - die Energieregion Oststeiermark- zu sein. Die EdZ-Ausschreibung wurde zum Anlass genommen, Modellsituationen für regionale, multifunktionale Energiesysteme zu konzipieren. Dabei wurden folgende Ziele verfolgt:

  • Das Erstellen von Modellen regionaler, multifunktionaler Energiezentren, welche durch angelagerte Koppelnutzungen einen bestmöglichen Gesamtnutzen generieren.
  • Diese Modelsituationen sollen einerseits die regionalen Randbedingungen der Oststeiermark abbilden, anderseits aber auch für andere Regionen Relevanz haben.
  • Die Bewertung der erarbeiteten Modelle hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit mittels konkreter Kennzahlen.
  • Vorbereitung der Umsetzung, Beitrag zur Positionierung der Oststeiermark als EU- Demoregion für Erneuerbare Energien sowie allg. Dissemination der Ergebnisse.

Es wurden für vier ausgewählte Standorte (Gnas, St. Margarethen/ Raab, Friedberg/ Pinggau und Sebersdorf) Modellsituationen so genannter regionaler, multifunktionaler Energiezentren erstellt. Bei der Konzeption dieser Zentren wird davon ausgegangen, dass Energie sowie andere Produkte oder Dienstleistungen gemeinsam generiert werden. Die entwickelten Modelle bauen insbesondere auf Kerntechnologien auf, wie beispielsweise Biogas oder Biomassefeuerungen mit angeschlossener Nahwärmeversorgung, da diese als bestehende Infrastruktur den Ausgangspunkt von Energiezentren bilden können. Ausgehend von der jeweiligen lokalen und regionalen Situation wird eine Verschaltung von Technologien modelliert, um eine Systemlösung mit bestmöglicher regionaler Wertschöpfung zu identifizieren. Für die Lösung dieser Aufgabenstellung wurde die Methodik der Prozesssynthese angewandt, da diese Methode insbesondere das Ressourcenangebot einer Region in Wechselwirkung mit Technologien im Gesamtsystem abbilden und optimieren kann.

Als Ergebnis liegen nun so genannte "Strukturgraphen" vor, welche jene Nutzungskaskade beschreiben, die die höchste Wertschöpfung an den jeweiligen Standorten generiert. Diese optimierte Struktur wurde für typische Perioden (z.B. Sommer, Winter etc.) entwickelt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Frage der Systemintegration von (Ab-)Wärme an den Zentren einen zentralen Stellenwert hat. Die Trocknung landwirtschaftlicher Produkte (z.B. Ölsaaten, Getreide, Mais) aber auch die anschließende weitere Veredelung (z.B. die Gewinnung von Pflanzenölen oder die Produktion von Holzpellets) sind Koppelnutzungen die im regionalen Kontext auch im kleineren Maßstab wirtschaftlich betrieben werden können. Auch die Versorgung von Wirtschaftsbetrieben durch Prozesswärme oder -kälte könnten Teil einer sinnvollen Systemlösung sein. Die Bewertung der Nachhaltigkeit der Modelle durch den Ökologischen Fußabdruck (SPI) zeigt, dass Systemlösungen besser bilanzieren als Einzeltechnologien. Die Ergebnisse sind auf andere Regionen grundsätzlich übertragbar, doch wird eine Überprüfung des Strukturoptimums (Anpassung der Standortparameter!) empfohlen.

Publikationen

KOMEOS

Konzeption von Modellen multifunktionaler Energiezentren für die Ost-Steiermark
Schriftenreihe 55/2010 M. Mandl, G. Gwehenberger, M. Narodoslawsky, C. Krotscheck, B. Birnstingl-Gottinger, Herausgeber: bmvit
Deutsch, 167 Seiten

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Projektbeteiligte

Projektleiter

Bakk. Birgit Birnstingl-Gottinger
Ökocluster

Projekt- und Kooperationspartner

  • Christian Luttenberger
    EU Regionalmanagement Oststeiermark
  • Bakk. Birgit Birnstingl-Gottinger
    ARGE Kreislaufwirtschaften mit Mischkulturen
  • Ing. Karl Puchas
    LEA Lokale Energieagentur
  • Ing. Leo Riebenbauer
    TB für erneuerbare Energie Riebenbauer
  • Dr. Christian Krotscheck
    Natan -Technisches Büro Krotscheck
  • Erwin Stubenschrott, Dr. Jauschnegg
    KWB Biomasseheizungen
  • Dipl.-Ing. Michael Mandl; Maximilian Lauer
    JOANNEUM RESEARCH Forschungsges. mbH
  • Prof. Dr. M. Narodoslawsky, DI Gernot Gwehenberger
    TU Graz, Institut für Prozesstechnik

Kontaktadresse

Ökocluster
Bakk. Birgit Birnstingl-Gottinger
Steinberg 132, 8151 Hitzendorf
Tel.: +43 (316) 587-982
Fax: +43 (316) 587-988
E-Mail: birgit.birnstingl@oeko-cluster.at
Web: www.oeko-cluster.at

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