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Flüssige Biokraftstoffe

Austausch von Erfahrungen über Forschung, Entwicklung und Markteinführung von Biotreibstoffen mit den Schwerpunkten: Maßnahmen der Politik und Gesetzgebung, neue Biotreibstoffe, lignozellulose Rohstoffe und Entwicklung von Biodiesel (Teilnahme an der Task 39 des IEA - Bioenergieprogramms)

Kurzbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

In den letzten Jahrzehnten ist das Interesse an Biotreibstoffen ständig gestiegen. Nationale Programme haben dazu beigetragen, vorteilhafte Rahmenbedingungen für Biotreibstoffe in Österreich zu entwickeln. Jedoch zeigte sich auch deutlich, dass Bioenergie im Allgemeinen und die Biotreibstoffe im Besonderen nicht auf nationaler Ebene alleine entwickelt werden können; Angebot und Verwendung von Energie sind bei fossilen und erneuerbaren Quellen aus globaler Sicht zu betrachten. Dem wird durch die Teilnahme an internationalen Initiativen, wie IEA Bioenergy, Rechnung getragen.

An der IEA Bioenergy Task 39 "Liquid Biofuels" nahmen in der Arbeitsperiode 2004-2006 neben 9 europäischen Staaten und der Europäischen Kommission auch die USA, Kanada und Südafrika teil. Österreichischer Task-Teilnehmer ist Manfred Wörgetter, der zugleich auch die Subtask "Biodiesel" leitet.

Ziel der Arbeiten in der Task ist der Austausch von Erfahrungen über Forschung, Entwicklung und Markteinführung von Biotreibstoffen. Einerseits wird hierbei schwerpunktmäßig die Forschung an neuen Biotreibstoffen, insbesondere Bioethanol aus lignozellulosen Rohstoffen, vorangetrieben, andererseits werden Maßnahmen der Politik und der Gesetzgebung beobachtet; die Interpretation der Auswirkungen politischer Maßnahmen auf die Biotreibstoffmärkte (insbesondere den Biodieselmarkt) ist Basis für Empfehlungen an die Regierungen. Ziel dieses Informationsaustauschs ist es, in den Teilnehmerländern Maßnahmen zu treffen und Strukturen aufzubauen, die die Markteinführung von Biotreibstoffen unterstützen.

Die in der Task durchgeführten Arbeiten, Studien etc. werden an die jeweiligen Gremien, Entscheidungsträger, Anwender und Firmen weitergeleitet. Auf Task-Ebene sind die Instrumente hierzu die IEA Bioenergy Task 39 Homepage und der Task 39 Newsletter, sowie die Präsentation auf internationalen Konferenzen durch die Task-Teilnehmer. Die nationale Verbreitung obliegt dem jeweiligen Ländervertreter; in Österreich geschieht dies durch Publikationen im Mitteilungsblatt "Nachwachsende Rohstoffe", durch E-Mail Aussendungen an das nationale "Netzwerk Biotreibstoffe" und durch einen Workshop, der die Ergebnisse der jeweils abgelaufenen Arbeitsperiode präsentiert.

In der Arbeitsperiode 2004 - 2006 erarbeitete das Task 39-Team 6 Berichte, 2 weitere sind kurz vor der Fertigstellung. Die Titel dieser Berichte sind:

  • Ethanol from Lignocellulosics: Policy Options to support Bioethanol Production
  • Ethanol from Lignocellulosics: Comparing Biofuel Technology Options
  • Second Generation Biofuels: A Review from a Market Barrier Perspective
  • Worldwide Fuels Standards: Overview of Specifications and Regulations on (bio)fuels
  • Biofuel Implementation Agendas: A Review of Task 39 Member Countries
  • Biodiesel Market Development in Europe: Lessons Learned for North America
  • Biodiesel Production: Technologies and European Providers
  • Bericht zur EU-Direktive 2003/30/EC (Arbeitstitel)

Die Beobachtung des Biotreibstoffmarktes zeigt folgendes Bild, aus dem sich auch Empfehlungen für Österreich ableiten:

Die Arbeitsperiode 2004-2006 war durch einen außerordentlichen Anstieg der Erdölpreise gekennzeichnet. Auffällig war, dass im letzten Jahr der Task Periode milde Winter auf der Nordhalbkugel die Preise für Energie nicht drücken konnten. Experten nennen als Grund für den enorm gestiegen Energiehunger den wachsenden Bedarf von China und Indien.

Die Entwicklung des Klimas hat in den Medien und in der breiten Öffentlichkeit weltweit Beachtung gefunden. In Folge ist das Interesse an Biotreibstoffen weltweit enorm gestiegen. Neben der Sicherung der Versorgung und der Verringerung der lokalen und globalen Umweltbelastung steigt die Bedeutung der Biotreibstoffe als wichtiger Faktor für die Entwicklung der ländlichen Regionen. Die Politik in sehr vielen Ländern sieht die Biotreibstoffe als einen bedeutenden politischen Faktor und setzt vermehrt auf deren Entwicklung.

Zentrale Herausforderungen dabei sind:

  • die gesicherte Versorgung mit Rohstoffen zu wettbewerbsfähigen Preisen
  • sowie die nachhaltige, umweltverträgliche und sozial akzeptierte Erzeugung, Verteilung und Nutzung der Biotreibstoffe.

Dazu wird es notwendig sein, die gesamte Kette von der Erzeugung der Rohstoffe bis hin zu heutigen und zukünftigen Fahrzeugtechnologien weiter zu entwickeln. Die Bemühungen sollte sich dabei konzentrieren auf:

  • die Optimierung bestehender Biotreibstoffe in Richtung Minderung der Kosten, Verbesserung der Effizienz, Nutzung der Nebenprodukte, Verbreiterung der Rohstoffbasis und Verbesserung der Treibhausgasbilanz.
  • Die Entwicklung der Biotreibstoffe der 2. Generation mit dem Ziel, die Energie pro Flächeneinheit zu maximieren und innovative land- und forstwirtschaftliche Rohstoffe wie z.B. Miscanthus und Kurzumtriebsholz zu nutzen und damit die Umweltbilanz weiter zu verbessern und die Kosten weiter zu senken.

Von entscheidender Bedeutung erscheint eine ausgewogene Behandlung der verschiedenen Möglichkeiten. Pro und Kontra der beiden Generationen sind abzuwägen, Entscheidungen für die Biotreibstoffe der Wahl werden zu treffen sein. Dabei sind neben den Interessen der Rohstoffproduzenten und der Verbraucher auch die Interessen der österreichischen und europäischen Technologielieferanten zu berücksichtigen.

Die engagierten Ziele der Bundesregierung wie

  • die Steigerung des Biotreibstoffanteils auf 10% im Jahr 2010 und 20 % im Jahr 2020
  • und ein Anteil erneuerbarer Energie von 45 % im Jahr 2020

sowie die Herausforderungen künftiger Treibhausgasminderungen steigern den Wert der Teilnahme an IEA Bioenergy Task 39. Der Informationsaustausch zeigt, wo Österreich steht, welche Bemühungen weltweit laufen und mit welchen Technologien und welchen Maßnahmen im technischen, wirtschaftlichen und legistischen Bereich Erfolge erzielt werden können.

Der vorliegende Bericht beschreibt im Detail die Arbeiten in der Task und enthält im Anhang jene Dokumente, die Gegenstand des Informationsaustauschs waren. Die weitere Teilnahme an der Task ermöglicht auch in der Periode 2007-2009 den Zugang zu Informationen über die weltweite Entwicklung und ist somit wertvolle Basis für Entscheidungen.

Aktuelle Informationen zu diesem Task finden Sie auf energytech.at/IEA

Publikationen

Teilnahme an Task "Liquid Biofuels" in der Periode 2004-2006 und Koordination der österreichischen Teilnahme an IEA Bioenergy

Schriftenreihe 41/2009 J. Spitzer, K. Könighofer, Herausgeber: bmvit
Deutsch, 54 Seiten

Downloads zur Publikation

Projektbeteiligte

Task-Verantwortlicher, inhaltliche Projektbearbeitung
DI Manfred Wörgetter
Bundesanstalt für Landtechnik
Rottenhauser Straße 1
A-3250 Wieselburg
Tel.: +43 (0)7416/51275-30
Fax: +43 (0)7416/51275-45
E-Mail: manfred.woergetter@blt.bmlfuw.gv.at
Internet: www.blt.bmlfuw.gv.at

Österreichische Koordination IEA Bioenergy
Univ. Doz. Dr. Josef Spitzer, DI Kurt Könighofer
Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH, Institut für Energieforschung
Elisabethstraße 5
A-8010 Graz
Tel.: +43 (0)316/876-1338
Fax: +43 (0)316/876-1320
E-Mail: kurt.koenighofer@joanneum.at
Internet: www.joanneum.at

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