Erschließung der Biomassepotenziale in Österreich bis 2050

Entwicklung einer optimalen dynamischen Strategie zur Erschließung der Biomassepotenziale in Österreich bis zum Jahr 2050 mit dem Ziel einer maximalen Reduktion an Treibhausgasemissionen. Erstellung eines Maßnahmenplanes zur zeitlich dynamischen Implementierung dieses Pfades.

Kurzbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Die Bioenergie-Nutzung ist geprägt durch eine Fülle diverser Optionen: Ausgehend von der breiten Palette an Ressourcen besteht eine Vielzahl an Technologien zur Umwandlung dieser Rohstoffe in verschiedene Energiedienstleistungen. Jeder Pfad ist durch unterschiedliche Energie- und Treibhausgas-Bilanzen sowie Kosten geprägt. In diesem Projekt wurde die Frage analysiert, wie hoch die Kosten sowie die Reduktion an THG-Emissionen in unterschiedlichen Ausbaupfaden der Bioenergie-Nutzung in Österreich langfristig sind. Basierend auf einer Analyse der historischen Nutzung von Biomasse, der verfügbaren Potenziale sowie einer techno-ökonomischen Analyse von Bioenergie-Systemen wurden mittels des Simulationstools Green-XBio-Austria langfristige Szenarien des österreichischen Bioenergiesektors bis zum Jahr 2050 erstellt. Vier Basis-Szenarien wurden entwickelt, jeweils in einem Niedrig- und einem Hochpreis-Szenario, die unterschiedliche Förderregime und Biomasse-Pfade mit verschiedenen nutzungsseitigen Schwerpunktsetzungen repräsentieren.

In diesen Szenarien werden mit der Nutzung inländischer Biomasseressourcen folgende Anteile am Primärenergieverbrauch Österreichs erreicht: In den No-Policy Szenarien (d.h. ohne Förderungen) kommt es selbst im Fall deutlich steigender Energiepreise erst nach 2020 zu einem geringfügigen Anstieg auf maximal 15% (Alle Angaben an dieser Stelle beinhalten nur Biomasse inländischer Herkunft ohne Ablauge und nicht-biogenen Müll. In der Langfassung des Berichts wird auch die Rolle von Importen analysiert). Bei einer Forcierung der Biomassenutzung sind weitaus höhere Anteile möglich. Die wesentlichen Einflussfaktoren stellen die Entwicklung der Energiepreise und des Energieverbrauchs dar. Nur wenn die Biomasse-Forcierung mit ambitionierten Maßnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs kombiniert wird, kann ein Anteil der Bioenergie am Gesamt-Energieverbrauch von über 15% in 2020 und längerfristig über 20% (im Fall einer drastischen Reduktion sogar über 30%). erreicht werden. Der Biomasse-Primärenergieeinsatz erhöht sich je nach Szenario von ca. 120 PJ (2005)1 auf 260 bis 290 PJ im Jahr 2050. Die erzielbare THG-Reduktion beläuft sich in den Förder-Szenarien auf 11 bis 12 Mt CO2 äqu/a (2020) bzw. bis zu 15 Mt CO2 äqu/a (2050), wobei die Wahl der Referenzsysteme hier natürlich eine entscheidende Rolle spielt. Der größte Unterschied zwischen den Szenarien besteht in den Kosten der Treibhausgasreduktion: Während im Falle eines Ausbaus im Wärmesektor (und unter Umständen bei KWK-Analgen) deutliche monetäre Einsparungen im Vergleich zur den auf fossilen Energieträgern basierenden Referenzsystemen erzielbar sind, fallen bei der Forcierung biogener Kraftstoffe auch mittel- bis langfristig hohe Reduktionskosten an.

Folgende Schlussfolgerungen für eine Biomasse-Strategie leiten wir aus der Arbeit ab:

  • Auch im Fall stark steigender Gebäudeeffizienz wird 2050 noch ein substanzieller Wärmebedarf bestehen, der nicht ausschließlich durch Solar-Systeme gedeckt wird. Aus Kosten- und Klimaschutzgründen ist anzustreben, diesen möglichst mit Biomasse zu decken.
  • Wo immer gesamtenergetisch sinnvoll möglich, ist die gekoppelte Strom- und Wärmeproduktion sukzessive zu forcieren.
  • Die Analysen zeigen, dass ambitionierte Zielsetzungen im Bereich biogener Kraftstoffe hinsichtlich der hohen Kosten und moderaten THG-Reduktionen sowie der beschränkten Ressourcenpotenziale nicht sinnvoll sind.
  • Forschung und Technologieentwicklung kann langfristig deutliche Verbesserungen der Effizienz der Biomassenutzung bringen und ist daher mit hoher Priorität zu forcieren.
  • Es besteht zunehmende Konkurrenz zwischen verschiedenen energetischen und nicht-energetischen Biomasse-Nutzungspfaden. Als effektive Maßnahme zur Minderung dieser Situation sind massivste Reduktionen von Energie- und Ressourcenverbrauch unabdingbar.

Publikationen

Strategien zur optimalen Erschließung der Biomassepotenziale in Österreich bis zum Jahr 2050 mit dem Ziel einer maximalen Reduktion an Treibhausgasemissionen

Schriftenreihe 52/2008 L. Kranzl, R. Haas, et al., Herausgeber: bmvit
Deutsch, 267 Seiten

Downloads zur Publikation

Projektbeteiligte

Projektleiter

Lukas Kranzl, Reinhard Haas
TU-Wien, Institut für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft (EEG)

Projektmitarbeiter

  • Gerald Kalt, Friedrich Diesenreiter
    TU-Wien, Institut für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft (EEG)
  • Ludger Eltrop, Andreas König
    Institut für Energiewirtschaft und rationelle Energieanwendung (IER)
  • Pasi Makkonen
    Technical Research Center of Finland, VTT Processes (VTT)

Projektpartner

  • Institut für Energiewirtschaft und rationelle Energieanwendung, Stuttgart
  • Technical Research Center of Finland

Kontaktadresse

Technische Universität Wien, Institut für elektrische Anlagen und Energiewirtschaft, Energy Economics Group
Gußhausstraße 25-29/373-2
A- 1040 Wien
Tel.: +43 1 58801-37351
Fax: +43 1 58801-37397
E-Mail: Lukas.Kranzl@tuwien.ac.at
www.eeg.tuwien.ac.at

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