IEA ECES Annex 35: Flexible Sektorkopplung durch Einsatz von Energiespeicher

Ziel des IEA ECES Annex 35 ist es, das Potenzial von verschiedenen Speichertechnologien und -konfigurationen für die Anwendung zur Sektorkopplung von Strom-, Wärme- und Mobilitätssektor zu untersuchen, zu bewerten und Empfehlungen für Politik, Forschung und Industrie zu verfassen.

Kurzbeschreibung

Durch den steigenden Anteil an erneuerbaren Energien und somit auch größeren Fluktuationen im Stromnetz kommt es zu neuen Herausforderungen für Netzbetreiber und Energieversorger. Die starken Schwankungen von Wind- und PV-Strom sorgen dafür, dass zu bestimmten Zeitpunkten große Stromspitzen entstehen, die deutlich über dem Strombedarf liegen. Aufgrund von fehlenden Möglichkeiten von elektrischen Speichern müssen diese Kraftwerke daher teilweise abgeschaltet werden. 

Durch Energiespeicherung mit Hilfe von thermischen, chemischen oder elektrischen Speichertechnologien im Wärme- (Kälte-) und Mobilitätssektor können diese Stromspitzen jedoch genutzt werden, um das Stromnetz zu entlasten und den Anteil an nutzbarer erneuerbarer Energie auch in anderen Sektoren zu erhöhen. Ein weiterer Vorteil ist, dass vor allem thermische Speicher oft eine kostengünstigere Speichervariante bieten.

Das Hauptziel des Annexes ist es, die Möglichkeiten und Auswirkungen der Umsetzung von Energiespeicherung für eine Sektorkopplung zu klären. Dafür werden sowohl vorhandene als auch zukünftige Technologien und unterschiedliche, mögliche Konfigurationen von Speichersystemen berücksichtigt. Diese werden im Zuge von Expertengesprächen anhand von Erfahrungen und Erkenntnissen gesammelt und im Zuge des Projekts wird das Potenzial sowohl technisch als auch wirtschaftliche bewertet.

Da die Herausforderungen nicht nur Österreich betreffen, sondern eine länderübergreifende Zusammenarbeit erfordern, ist dieser IEA TCP die ideale Plattform für einen intensiven Erfahrungsaustausch auf internationaler Ebene. Neben der inhaltlichen Arbeit sind daher auch internationale Vernetzung und Austausch ein Hauptziel des Projektes. Durch die Bedeutsamkeit und Dringlichkeit des Themas ist nicht nur ein großes Interesse an einer zukünftigen Kooperation innerhalb der Annex 35 Partner vorhanden, sondern auch eine Kooperation mit anderen IEA Tasks sowie anderen internationalen Gremien erforderlich und geplant, um einen effizienten Fortschritt des Projektes zu ermöglichen.

Die Verbreitung der erzielten Ergebnisse und Erkenntnisse auf nationaler Ebene ist ein Kernpunkt der Arbeit, um weitere österreichische Forschungspartner, sowie Hersteller, Netzbetreiber oder Energieversorger zu informieren und mögliche Kooperationen zu bilden und Marktchancen frühzeitig zu erkennen.

Teilnehmende Staaten

Deutschland, Dänemark, Schweden, Schweiz, Niederlande, Österreich

Kontaktadresse

Wim van Helden
AEE INTEC
Feldgasse 19, 8200 Gleisdorf
E-Mail: w.vanhelden@aee.at