Foto: Frontansicht des Biohofs Achleitner

IEA-ECBCS Annex 49: Niedrig-Exergie-Systeme für Hochleistungsgebäude und -siedlungen

Integration des Exergie-Konzepts in energiewirtschaftliche Untersuchungen anhand von drei beispielhaften Bereichen: Erstens in ökonomischen Analysen einzelner Komponenten von LowEx-Systemen, zweitens anhand langfristiger Szenarien des österreichischen Raumwärmesektors sowie drittens anhand ausgewählter Bioenergieketten. Identifikation von Best-Practice LowEx-Systemen.

Status

Beginn: Juli 2008
Abschluss: Januar 2010

Kurzbeschreibung

Status

abgeschlossen

Kurzfassung

Innerhalb des letzten Jahrzehnts hat in der internationalen wissenschaftlichen Community eine breite Diskussion um die Integration des Exergie-Konzepts in energiewirtschaftlichen Analysen eingesetzt, welcher ein besseres Verständnis über die Qualität der Energieflüsse liefern kann. Dieses Papier wurde im Rahmen des Annexes 49 des IEA-Projektes „Implementing Agreements ECBCS“ (Energy Conservation in Buildings and Community Systems Programme) erstellt und befasst sich mit Konzepten und Methoden zur Reduktion des Exergie-Verbrauchs in Gebäuden sowie Gemeinden und Regionen.

Der zentrale Inhalt dieses Projekts war die Anwendung und Verbreitung des Exergie-Konzepts in der energiewirtschaftlichen Szene Österreichs, besonders im Raumwärme- und Warmwassersektor. Ziele des Projektes waren die Verbeitung des Exergiekonzeptes in Österreich, die Integration von exergetischen Analysen in energiewirtschaftliche Szenarien sowie die Verbreitung von Information über und die Analyse der Kosteneffektivtät von sogenannten LowEx-Systemen, unterstützt von einer nationalen und internationalen Vernetzung.

Die ökonomische Analyse der Systeme erfolgte über die Sammlung und Aufbereitung entsprechender technoökonomischer Daten mit anschließendem internationalem Vergleich und entsprechender Auswertung. Die Integration von exergetischen Analysen in energiewirtschaftlichen Szenarien wurde durch die Sammlung und Aufbereitung von bereits bestehenden Szenarien zum Thema mit folgender Aggegierung von exergetischen Effizienzen bewerkstelligt. Zudem erfolgte eine Identifikation von „best-practice“ Beispielen in Österreich sowie ein intensiver Verbreitungs- und Vernetzungsprozess.

Ein Ergebnis der ökonomischen Analyse ist, dass ein Trade-Off zwischen Kapital-Einsatz und dem Exergiegehalt des eingesetzten Energieträgers existiert: „Low-Ex“-Systeme benötigen zur Erschließung der nieder-exergetischen Ressource im allgemeinen höhere Investitionen. Die Ergebnisse von drei betrachteten Szenarien lassen erwarten, dass der Exergieverbrauch im österreichischen Raumwärmesektor in den kommenden Jahrzehnten stark abgesenkt werden könnte, wenn die entsprechenden Maßnahmen ergriffen werden. Bei den „best-practice“-Beispielen fiel auf, dass das Konzept der exergetischen Bewertung derzeit nicht weit verbreitet ist und sich daher noch keine einheitliche Auswertung unter exergetischen Gesichtspunkten etabliert hat.

Die zentrale Schlussfolgerung des Papiers ist, dass der Einsatz passender Energieträger für die jeweiligen Anwendungen (nämlich hinsichtlich des benötigten Exergie-Niveaus) zu einer drastischen Steigerung des exergetischen Wirkungsgrades und damit des Exergie- und Energieverbrauchs sowie der damit in Zusammenhang stehenden Treibhausgasemissionen führen kann.

Publikationen

LowEx - Das Konzept der Exergie in energieökonomischen Analysen

IEA Energy Conservation in Buildings and Community Systems Programme Annex 49: Low Exergy Systems for High Performance Buildings and Communities
Schriftenreihe 41/2012 L. Kranzl et al., Herausgeber: bmvit
Deutsch, 98 Seiten

Downloads zur Publikation

Newsletter, Broschüren und Reports sind auf der Website des IEA ECBCS Annex 49 zu finden.

Teilnehmende Staaten

Dänemark, Deutschland, Finnland, Italien, Japan, Kanada, Niederlande, Österreich, Polen, Schweden, Schweiz, USA

Kontaktadresse

Dr. Lukas Kranzl
Technische Universität Wien,
Energy Economics Group (EEG),
Institut für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft,
Gusshausstrasse 25-29/373-2
1040 Wien
Tel.: +43 (1) 58801-37351
E-Mail: kranzl@eeg.tuwien.ac.at
Web: eeg.tuwien.ac.at

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